


Eine zimtschneckenförmige Route vom Stadtzentrum nach außen
Wenn wir die folgenden Stationen der Reihe nach besuchen, zeichnet sich im Stadtzentrum von Szeged eine besondere Form ab. Die Route führt von innen nach außen spiralförmig durch die Stadt – ganz wie eine Kakao- oder Zimtschnecke. Die Winterzeit ist ideal für diese langsameren Stadtspaziergänge mit vielen Zwischenstopps, bei denen neben den Sehenswürdigkeiten auch Cafés und Restaurants eine wichtige Rolle spielen.
Im Herzen von Szeged – Der Platz der Superlative
Der Spaziergang beginnt auf einem der bekanntesten und größten Plätze von Szeged, dem Széchenyi-Platz. Für Einheimische ist er ein alltäglicher Treffpunkt, zugleich aber auch einer der größten öffentlichen Plätze der Stadt. Große Bäume, weite Flächen und ein historisches Ambiente umrahmen den Platz mitten im lebendigen Stadtzentrum. Er ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt und Veranstaltungsort zahlreicher Events. In seiner Umgebung befinden sich bedeutende historische Gebäude ebenso wie Restaurants und Cafés. Die auf dem Platz stehenden Statuen – etwa von Lajos Tisza und Kunó Klebelsberg – sind eng mit der Geschichte und Entwicklung Szegeds verbunden und bieten eine solide historische Grundlage für den Spaziergang.
Sehenswert: Classic Grill Restaurant, Napfény Műterem, Kass Galerie, Rathaus, Brücke der Seufzer, Das Mietshaus („Vasaló-Haus“)



Ein Hauch von Jugendstil, Kultur und Gastronomie
Vom Széchenyi-Platz aus gehen wir in Richtung Stefánia und nähern uns allmählich der Theiß. Unterwegs fallen das größte Theater Szegeds sowie die Hungi Vigadó auf, deren ehemaliger Besitzer eine besondere Verbindung zur Titanic-Katastrophe hatte. Auf der Stefánia bewundern wir sofort eines der Jugendstiljuwelen Szegeds, den farbenprächtigen Deutsch-Palast. Weiter durch den Móra-Park spazierend, entlang der Theiß, erreichen wir das Museum Móra Ferenc, den Roosevelt-Platz und die dazwischenliegende Innenstadtbrücke. Wer die typischen Aromen der Südlichen Tiefebene kosten möchte, ist hier genau richtig.
Sehenswert: Fischrestaurant am Roosevelt-Platz, Alten Brücke Restaurant, Museum Móra Ferenc, Burgmuseum



Kaffeeduft und urbane Ikonen
Die Oskola-Straße, historisch gesehen die „zweite“ Fußgängerzone, zählt zu den stimmungsvollsten Straßen der Innenstadt. Zahlreiche Orte laden zu kurzen Pausen ein: Kaffee bei Barista Goods, Süßigkeiten bei Sugar & Candy, neapolitanische Pizza bei Pizza Guru oder Plebs, während Rudi és Fickó für Pizza und andere Köstlichkeiten bekannt ist. In der Straße befindet sich auch das Gebäude „Égő Arany“ (einst Wohnort von Ingenieuren und Führungskräften der Erdölindustrie), das durch seine hoch aufragende Neonaufschrift auffällt. Von hier gelangen wir zu einer der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Szegeds, der Votivkirche, besser bekannt als der Dom von Szeged. Der Spaziergang führt weiter zum Platz der Arader Märtyrer, zu den Universitätsgebäuden und zum Heldentor, dessen Säulen und das Gemälde im Bogen besondere Details verbergen.
Sehenswert: István-Tömörkény-Gymnasium, Radfahrender Einstein, Rerrich Béla Platz, Boldogasszony-Boulevard



Schauplatz des universitären Lebens
Wenn wir nicht in Richtung Boldogasszony-Boulevard weitergehen, sondern einen Bogen schlagen, gelangen wir zum Dugonics-Platz. Hier stehen die Statue von Attila József sowie das zentrale Gebäude der Universität Szeged, in dem auch das Rektorat untergebracht ist. Nicht weit entfernt befindet sich der Ungár–Mayer-Palast, ein rosafarbener Jugendstilbau, der den Dugonics-Platz mit der Kárász-Straße verbindet.
Sehenswert: Kaufhaus Szeged, Szegeder Kellertheater, DTK & PUB, JATE Klub



Szegeds Hauptstraße
Der Ungár–Mayer-Palast bildet einen natürlichen Übergang zur bekanntesten Fußgängerzone Szegeds, der Kárász-Straße. Auch im Winter ist sie lebendig und belebt, gesäumt von Geschäften, Restaurants und Cafés. Trotz des Trubels findet man hier immer einen Ort zum Innehalten. Von der Kárász-Straße öffnet sich der Klauzál-Platz, einer der beliebtesten Treffpunkte der Stadt. Der Platz verbirgt zwei besondere Innenhöfe, die mit ihrer ruhigeren, intimen Atmosphäre echte urbane Überraschungen bereithalten. Besonders im Winter sind sie faszinierend, wenn man aus der belebten Fußgängerzone in eine stille, versteckte Welt tritt. Abseits der Hauptstraße kommen wir am Reök-Palast vorbei, einem der schönsten Jugendstilgebäude Szegeds, und können in der dortigen REÖK Konditorei eine heiße Schokolade oder ein besonderes Dessert genießen.
Sehenswert: Kék-Elefánt-Café, A Capella Konditorei und Café, John Bull Pub, Café Corso, Szeged Bagel, Trattoria il Divo, Kárász-Hof, Wagner-Hof



Der äußere Bogen der Zimtschnecke
Nach dem Überqueren des Tisza-Lajos-Boulevards erreichen wir über die Gutenberg-Straße die Synagoge von Szeged, die mit ihrer Größe und reichen Verzierung beeindruckt. In der Nähe, von der alten Synagoge kommend, kann man auf ein verstecktes Wandgemälde stoßen – ein kleines urbanes Detail, das nur aufmerksame Spaziergänger entdecken, das der Route aber eine besondere Farbe verleiht. Zurück auf dem Tisza-Lajos-Boulevard gelangen wir bei einem längeren Spaziergang zur Anna-Quelle, wo das Anna-Bad, die charakteristische Reformierte Kirche und die ikonischen Gebäude der Umgebung den Charakter des Viertels prägen. Obwohl dieser Bereich ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt ist, bewahrt er seine innenstädtische Atmosphäre. Am Ende des Spaziergangs schließt der Wasserturm auf dem Stephansplatz, die „Alte Dame“, die Spirale. Im nahegelegenen Saint Cafe & Wine können wir bei einem warmen Getränk den besonderen Anblick des Bauwerks genießen – ein würdiger Abschluss des von innen nach außen führenden Stadtspaziergangs.
Sehenswert: Zwillingsvillen, Palais Gróf, Sankt-Rókus-Kirche, Kiss-Kunszt-Galerie



Szegeds ruhige, menschliche Seite
In Alsóváros (Unterstadt) lernen wir eine ruhigere, stillere Seite Szegeds kennen. Obwohl der Stadtteil nicht frei von Verkehr ist, lebt er in einem ganz anderen Rhythmus als die Innenstadt. Besonders im Winter ist ein Spaziergang hier angenehm: niedrigere Häuser, historische Straßen und gedämpfter Stadtlärm schaffen eine intime Atmosphäre. Einer der herausragendsten Stopps ist die Franziskanerkirche und das Kloster von Szeged, das spirituelle und historische Zentrum von Alsóváros. Das Innere kann besichtigt werden, doch auch ein Rundgang außen lohnt sich, da das Gebäude aus jeder Richtung ein anderes Gesicht zeigt – besonders im Winter, wenn etwas Schnee die Wirkung noch verstärkt. Weitergehend, in die Nyíl-Straße abbiegend, erreichen wir eine der bekanntesten Besonderheiten des Viertels, das Sonnenstrahlen-Bauernhaus von Alsóváros. Die vom Giebel ausgehenden Sonnenstrahlen sind nicht nur ein Merkmal dieses Hauses, sondern erscheinen an vielen Wohnhäusern des Stadtteils. Beim Erkunden der Gegend lohnt es sich, auf diese Giebelverzierungen zu achten, denn das Sonnenstrahlenmotiv ist eines der charakteristischsten visuellen Elemente von Alsóváros. Beim Umhergehen entdecken aufmerksame Besucher auch kleine Besonderheiten: An der Kreuzung der Szent Antal Straße und der Bálvány-Straße etwa begrüßt uns ein seltenes und liebenswertes Schild mit der Aufschrift „Achtung, Katzenüberweg“, das die freundliche, menschliche Atmosphäre des Viertels widerspiegelt.
Sehenswert: Kapca x Rézhárs Bistro, Emmarozs – Trinity



Natur, Ruhe und lange Spaziergänge auf der grünen Seite der Stadt
Újszeged ist vielleicht der Stadtteil, in dem Winterspaziergänge am längsten, aber zugleich am ruhigsten sind. Hier tritt die städtische Umgebung allmählich in den Hintergrund und macht der Natur Platz. Bevor wir uns auf den längeren Weg begeben, lohnt ein Halt im BIBB Café, um sich bei Kaffee, Tee oder heißer Schokolade einzustimmen. Von hier aus ist der Torontál-Platz leicht erreichbar, wo sich der heiligen Elisabeth aus dem Hause Árpád befindet. Das Gebäude zeigt zu jeder Jahreszeit ein anderes Gesicht, wirkt jedoch im Winter mit seiner ruhigen Umgebung besonders schön. Von der Kirche gelangen wir in den Elisabeth-Wäldchen, eine der beliebtesten Grünflächen Szegeds. Beim Spaziergang durch den Park erleben wir naturnahe Momente: kahle Bäume, schneebedeckte Wege und Stille schaffen eine besondere Atmosphäre. Wenn wir vom Park in Richtung Székely-Reihe abbiegen, stoßen wir auf ein außergewöhnliches urbanes Detail. An der Wand des zehnstöckigen Gebäudes mit der Nummer 21 befindet sich ein riesiges Wandgemälde: Eine im Jugendstil dargestellte Frau hält ein Mobiltelefon, auf dessen Bildschirm eine Eintagsfliege balanciert. Dieses Werk, das moderne und klassische Elemente verbindet, ist ein unerwarteter, aber unvergesslicher Halt. Von hier führt der Weg weiter in die Natur, entlang des Ufers des Altwassers der Maros. Beim Gehen am Wasser eröffnet sich der Blick auf den Wasserturm, während das durch die Äste gefilterte Licht, schneebedeckte Waldabschnitte und winterliche Stille in eine ganz andere Welt entführen. Dieser Abschnitt ist einer der ruhigsten Teile von Újszeged, wo die Nähe zur Natur besonders spürbar ist. Auf einem längeren Rückweg erreichen wir auch die Umgebung des Botanischen Gartens von Szeged, den wir bei Gelegenheit besuchen können, um die thematischen Gärten zu erkunden. Am Ende des Spaziergangs kehren wir entlang des Theißufers langsam zur Innenstadtbrücke zurück.
Sehenswert: Sternwarte Szeged, Restaurant Fasor und Café Semiramis, Bluesgarten Pub und Restaurant


