Der Goldschmidt-Palast

Keiner würde von dem heutigen charakterlosen Mietshaus denken, dass es eines der wichtigsten Szegeder Gebäude des Jugendstils war. Ende der 50-er Jahre wurde die Fassade entschmückt und all die Verzierungen hatte man entfernt. Einigermaßen kann man aber der damaligen Bildaufnahme entnehmen, was für ein Schatz und eine bedeutende architektonische Attraktion der Stadt dadurch endgültig verloren gegangen ist. Im Toreingang sind noch die Stuckverzierungen wohl erhalten geblieben, welche die typischsten Merkmale der reich geschmückten Sezession zeigen. Auch das neu gestaltene Tor war ein Kunstwerk der damaligen Tischlerei. An den Mauern, welche von den sich schlängelnden Bändern, Ranken und Geflechten umrahmt werden, sieht man schöne Tänzerinnen. Nur wenn man diese Motive anschaut, kann man wohl denken, wie reich und elegant verziert und geschmückt damals und ca. ein halbes Jahrhundert lang auch die Fassaden der Straße gewesen sein sollten.

Der Goldschmidt-Palast war einst ein zweistöckiges Gebäude, oben mit Bürgerwohnungen, unten mit Geschäften, deren Türen sich auf die Straße öffneten. Es war eines der wichtigsten Gebäude der Sezession in Szeged. Heute kann man nur den Toreingang in seiner Originalform bewundern. Im Jahre 1959 wurde das Gebäude vollständig umgebaut und es wurden aus den größeren Bürgerwohnungen kleinere Wohnungen gestaltet. Es wurde eine obere Etage auch dazugebaut und bei diesen Umbauarbeiten fielen die schön verzierte Fassade sowie das Dach und die Balkons in Jugendstil zum Opfer. Somit erinnert das Gebäude heute nicht mehr an die bedeutendste Szegeder Haus des Jugendstils.

 

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